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2018

Jenny Sieber

Pate: Stefan Sauter

Ich nominiere Schwester Jenny Sieber aus dem HEWAG Lichtenstein WB 3. Hier meine Geschichte, warum sie mehr als nur eine Schwester/Pflegerin von Beruf ist. Alles begann mit einem Schlaganfall, den mein Opa erlitten hat. Er kam ins Krankenhaus, wurde auf Intensivstation überwacht und anschließend auf eine andere Station verlegt. Hier habe ich meinen Opa zum ersten Mal besucht, er konnte kaum sprechen und seine linke Seite lag schlaff neben ihm. Er wirkte, als sei er ein anderer. Trauer stand in seinem Gesicht, doch die sollte sich ändern! Plötzlich kam eine Frau ins Zimmer, die mir nicht bekannt war. Sie stellte sich als Opas Nachbarin vor und wollte sich nach ihm erkundigen. Später erfuhr ich dann, dass sie selbst Krankenschwester in einem anderen Krankenhaus ist und auf ihrer Station mit Schlaganfallpatienten zu tun hat. Als sie wieder am Gehen war, sagte sie nur: „Du musst dringend mobilisiert werden! Ich komme morgen nach meinem Frühdienst zu dir. Am Wochenende darauf stattete ich ihm wieder einen Besuch ab und staunte sehr als es hieß, dass er nicht in seinem Zimmer, sondern im Garten mit dem Rollstuhl sei. Das konnte doch nicht sein?! Ich lief in den Garten und sah wie Jenny ihm behilflich war, Anweisungen gab und er sich vom Rollstuhl auf die Parkbank setzte. In einem persönlichen Gespräch erfuhr ich, dass Jenny jeden Tag bei ihm war, egal welchen Dienst sie hatte und mit ihm trainierte. Lächelnd und mit glücklichen Augen erzählte er, wie sie ihm half, was sie ihm alles beigebracht hat und was er jetzt schon alles könne und das obwohl niemand aus diesem Krankenhaus, vielleicht auch aus Zeitmangel, ihn aufsetzen, geschweige denn mit ihm das Bett verlassen wollte. Die Tage vergingen und mein Opa wurde immer mobiler, er versuchte seinen linken Arm zu bewegen und wurde immer sicherer im Stand. An einem Donnerstag hat Jenny mit meinen Eltern gesprochen, sie wollte gern, dass Opa für ein paar Stunden nach Hause kommt. Die Schwestern im Krankenhaus waren sehr skeptisch, aber die Ärztin willigte auf ihr Bitten hin ein, sodass wir am Samstag (mein Papa und ich) bereit standen zur Hilfe, doch diese war mehr oder weniger überflüssig, da Jenny genau wusste, was sie tat und was mein Opa schon alleine schaffen konnte. So erlebten wir also einen tollen Nachmittag. Und bei jedem weiteren Besuch im Krankenhaus, merkte man welchen Fortschritt Opa wieder gemacht hatte.

Als nächstes stand Treppensteigen an... Ich könnte jetzt noch lange weitererzählen, aber dann würde die Geschichte noch lange kein Ende nehmen. Nach einiger Zeit und nach viel hartem, täglichen Training mit Jenny wurde mein Opa nach Hause entlassen. Er hatte endlich seinen Lebensmut und seine Lebensfreude wieder zurück und war so gut es geht wieder wie früher. Ab diesem Tag an nannte er Jenny auch nur noch „mein Goldschatz". Sogar einen Urlaub konnte er danach wieder machen. Und das alles nur dank ihrer Hilfe. Ich weiß wirklich nicht, wie es ohne sie gelaufen wäre. Für mich war sie Anfangs eine Unbekannte, die sehr viel ihrer Freizeit und Kraft, nach oder vor der Arbeit für ihren Nachbar opferte, den sie eigentlich nur einige Monate gekannt hat. Ihr Mut diesen Weg mit einem Mann, der so gesehen ans Bett gefesselt war zu gehen, faszinierte mich. Dadurch habe ich erst gelernt, was es heißt Krankenschwester mit Leib und Seele zu sein. Auch heute bewundere ich sie, was sie so alles leistet und wem sie immer alles hilft, und ich bin ihr dankbar für alles, besonders das Stück Leben, dass sie uns als Familie noch ermöglichte. Ich für meinen Teil, hätte nie gewusst wie ich meinem Opa in dieser Situation hätte helfen können. Deshalb nominiere ich sie, denn durch Mut und Herz gelang es ihr, das unmöglich Erscheinende, möglich werden zu lassen!

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Sauter

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