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2018

Michell Benndorf

Pate: Alexander Bieß

Meine Freundin ist jetzt im zweiten Ausbildungsjahr zur examinierten Altenpflegefachkraft. Sie musste in den knapp 13 Monaten schon so einige Hürden überspringen und dafür möchte ich ihr meine Anerkennung ausdrücken. Vor einem Jahr als sie frisch ihren Abschluss in der Tasche hatte, konnte sie es kaum erwarten endlich mit der Ausbildung anzufangen, jedoch wurde die Freude schnell getrügt. Da der Personalmangel echt schlimm war, hatte sie zwei Tage Einarbeitungszeit und wurde danach einfach auf die Bewohner losgelassen. Sie war sich sehr unsicher da sie ja noch nie in ihrem Leben, bis auf eine Woche Praktikum, in der Pflege gearbeitet hat. Nach nur knapp 2 Monaten durfte/musste sie schon eine ganze Station mit 18 Bewohnern allein meistern. Eine Praxisanleitung gibt es zwar auf dem Papier aber leider kümmert sie sich nicht um meine Freundin, sondern meinte das wenn sie Probleme hat, soll sie es mit den Fachkräften auf ihrer Station regeln und ansonsten solle sie zu ihm kommen. Leider hat er ihr somit auch nichts gezeigt und sie musste sich alles abschauen oder eben selbst beibringen. Oft kam sie Nachhause, war total fertig und wusste nichtmehr weiter. Doch sie hat sich durchgekämpft, hat sich ihre Strukturen ausgedacht wie sie alles am besten schafft und war dann auch glücklich das man ihr schon Verantwortung gegeben hat. Jedoch wurde es ihr dann vor 4 Monaten doch alles Zuviel, sämtliche andere Pfleger haben ihre Arbeit kritisiert, sie musste meist 11 Tage am Stück arbeiten, der Urlaub wurde auch nicht eingehalten und das allein arbeiten mit soviel Patienten auf einer Dementenstation und der Stress haben sie ans Ende ihre Kräfte gebracht. Sie hat sich mit ihrer Lehrerin in Verbindung gesetzt und gesagt das sie die Einrichtung wechseln will aber am liebsten aufhören möchte, dann hat sie ein klärendes Gespräch mit dem Chef gesucht und er hat sich ihrer Kritik angenommen und versucht einiges zu verbessern. Mittlerweile ist es schon besser geworden, jedoch bekommt sie jetzt die Verantwortung neue Lehrlinge oder neues Personal allein auf ihrer Station einzuarbeiten, was sie jedoch gut meistert. Oft kommt sie niedergeschlagen von der Arbeit, da es mal wieder zu stressig war, sie alles im Akkord meistern musste und mal wieder kaum Zeit für ihre Bewohner hatte um mit ihnen mal zu reden, ihnen die Haare hübsch zu machen oder einfach mal ein offenes Ohr zu haben und zu zu hören. Für mich ist meine Freundin eine der mutigsten Menschen die ich kenne, trotz ihrer 18 Jahre und ihren schweren Rückenproblemen, kämpft sie sich jeden Tag aufs neue durch, hat sich trotz aller negativen Aussagen von ihrer Familie, nicht davon abbringen lassen, ihren Traumberuf zu lernen. Auch wenn sie oft niedergeschlagen ist, strahlt sie soviel positive Energie aus und versucht viele Menschen zu ermutigen auch in die Pflege zu gehen auch wenn es ein Knochenjob ist.

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